Hüftprotektoren

Nach einem schweren Sturz hat eine 78-jährige Kundin Angst vor weiteren Stürzen und den damit einhergehenden Verletzungen – vor allem an der Hüfte und dem Oberschenkelhals. Diese könnten fatale Folgen haben. Deswegen hat sie ihre Wege auf das Nötigste beschränkt, was ihre Unsicherheit beim Gehen allerdings weiter steigert und ihre Beweglichkeit mindert. Hier kann eine Hüftprotektorenhose die Lösung sein. Sie schützt den im Alter oder bei Erkrankungen wie Osteoporose fragilen Hüftbereich. Bei Stürzen soll das Bruchrisiko verringert werden. Welche Arten von Hüftprotektoren es gibt, warum sie manchmal abgelehnt werden und welche Vorteile sie haben, erfahren Sie hier.


Wie funktionieren Hüftprotektoren?

Jede Hüftprotektoren Hose soll das Frakturrisiko für die Oberschenkelknochen und das Becken bei seitlichen Stürzen verringern. Die speziell entwickelte Unterwäsche hat daher auf beiden Seiten Taschen, in die Schutzelemente eingeschoben oder fest integriert sind. Die unterschiedlichen Modelle basieren auf zwei Prinzipien. Entweder sollen sie die bei einem Sturz ausgeübte Kraft wie bei einem Polster absorbieren oder die Sturzenergie auf das umliegende Weichteilgewebe wie ein Sturzhelm verteilen.

Welche Arten von Hüftprotektoren gibt es?

Hier folgt eine Übersicht über die wichtigsten Arten:

Hüftprotektoren Slip

Das gängige Modell ist der sogenannte Hüftprotektor Slip. Er sieht aus wie ein normaler Slip mit seitlichen Taschen für die Protektoren. So werden die Schutzelemente perfekt positioniert und tragen nicht auf. Dafür ist wichtig, dass Slip und Protektor vom selben Hersteller sind. Das atmungsaktive Material ist meist aus Baumwolle und Elasthan und bietet eine gute Passform ohne Druckstellen, einen hohen Tragekomfort und ein Sicherheitsgefühl bei Aktivität und auch im Liegen. Die Protektoren sind ergonomisch geformt, sehr leicht und meist waschbar. Üblicherweise sind Hüftprotektorslips im Set mit mehreren Slips und zwei Schutzelementen erhältlich. Zu kaufen sind bei diesen Hüftprotektoren Damen- und Herrenmodelle.

Hüftprotektoren Gürtel

Diese Protektoren werden bequem über der normalen Kleidung getragen. Sie haben fest integrierte Protektoren und meist einen leicht zu schließenden Klettverschluss. Das Material ist atmungsaktiv und komplett waschbar. Die Gürtel sind spontan und schnell anzuziehen.

Protektorslip mit Aussparung im Schritt

Gerade bei Inkontinenz ist dieses nicht vollständig geschlossene Modell sehr praktisch. Der Schrittbereich ist ausgespart und ermöglicht so den einfachen Wechsel von Einlagen bzw. den Gang zur Toilette. Bei diesem Slip sind die Protektoren normalerweise auch fest eingenäht.

Protektoren zum Aufkleben

Diese Schutzelemente werden direkt auf die Haut geklebt. Ein Verrutschen ist ausgeschlossen bei diesen Hüftprotektoren. Senioren haben allerdings meist eine empfindlichere Haut. Aufklebe-Protektoren sind somit eher für eine jüngere Zielgruppe geeignet.

Für welche Personen sind Hüftprotektoren geeignet?

Mit zunehmendem Alter steigt die Gangunsicherheit sowie der Rückgang von Knochen- und Muskelmasse. Stürze werden nicht nur wahrscheinlicher, sondern auch folgenreicher. Ältere Menschen sind somit die größte Zielgruppe für Hüftprotektoren. Pflege Bedürftige in stationären Pflegeheimen und zu Hause sowie PatientInnen mit Parkinson, Lähmungen, Osteoporose oder einem unsicheren Gang aufgrund von Gleichgewichtsproblemen profitieren genauso von den Schutzhosen wie PatientInnen mit neurologischen oder orthopädischen Erkrankungen.

Gibt es Hüftprotektoren auf Rezept?

Zwar sind Hüftprotektoren pflege- und therapie-geeignet, aber sie sind als reine Präventionsmaßnahme in Deutschland momentan nicht im Hilfsmittelverzeichnis und somit keine Leistung der Krankenkasse. Hüftprotektoren müssten als Erleichterung für die Pflege bzw. als einen positiven Effekt auf eine selbstständigere Lebensführung anerkannt werden, um in das Verzeichnis zu kommen.

Warum wird das Tragen von Hüftprotektoren häufig abgelehnt?

Die Protektoren sollen an Ort und Stelle bleiben, daher sind sie recht enganliegend zu tragen. Dies empfinden manche Menschen als unangenehm und zu warm. Außerdem kann es zu Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen kommen. Bei den gängigen Protektorslips kann auch der Toilettengang als lästiger empfunden werden als mit einem normalen Slip. Das etwas länger dauernde Ausziehen kann eventuell zu einer scheinbaren Inkontinenz bei motorisch schwachen oder geistig vermindert leistungsfähigen Personen führen. Diese Schwierigkeit kann mit einem Modell mit ausgespartem Schritt allerdings ausgeschlossen werden. Manchmal werden die Protektoren auch als ein Symbol der Pflegebedürftigkeit betrachtet und daher abgelehnt.

Verkaufsargumente für Hüftprotektoren

Wer sich Hüftprotektoren kaufen möchte, kann sich auf viele Vorzüge freuen.

Vorteile von Hüftprotektoren:
  • Geringeres Verletzungsrisiko bei Stürzen
  • Zwei verschiedene erprobte Wirkweisen
  • Hoher Tragekomfort
  • Hygienisch
  • Unscheinbare Modelle
  • Modelle mit fest eingenähten Schutzelementen bei dementen PatientInnen
  • Protektoren mit Aussparung im Schritt bei Inkontinenz
  • Spontan zu verwendender Gürtel
  • Schutz für SeniorInnen, bei Osteoporose, neurologischen Erkrankungen etc.

Hinweis: Bei all den Vorteilen muss aber beachtet werden, dass Hüftprotektoren nicht immer einen Bruch verhindern. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Neben Hüftprotektoren finden Sie auch Pflegekleidung , Schuhe , Schuhzubehoer und Strümpfe in unserem Kleidungssortiment.