Inhalationsgeräte

Inhalieren bedeutet das Einatmen von Gas, Dampf oder kleinsten, zerstäubten Teilchen, sogenannten Aerosolen. Diese gelangen teils sehr tief in die Atemwege und können dort ihre Wirkung entfalten. Die Zerstäubung oder Vernebelung erzeugt ein Inhalationsgerät. Was es alles rund um Inhalation, passende Geräte und deren Anwendung zu wissen gilt, erklären wir im Folgenden.


Wann ist ein Inhalationsgerät sinnvoll?

Zur Befeuchtung der Schleimhäute kann man puren oder mit Salz bzw. ätherischen Ölen angereichten Wasserdampf oder bestimmte Kräutertees inhalieren. Auch wenn eine solche Inhalation über einem heißen Topf ein altes Hausmittel ist, sollte für eine wirksame therapeutische Inhalation besser ein Inhalationsgerät verwendet werden. Dieses vernebelt oder pulverisiert das Inhalationsmittel, sodass die Inhaltsstoffe bis in die tiefen Atemwege aufgenommen werden und dort wirken können.

Die Inhalation über einem Topf hilft bei akuten leichteren Atemwegserkrankungen wie:

  • Husten und leichte Bronchitis
  • Schnupfen
  • Heiserkeit
  • Nasennebenhöhlenentzündung

Die häufigsten Einsatzgebiete für eine verordnete Inhalation mit einem Inhaliergerät sind:

  • Akute Bronchitis
  • Chronische Bronchitis
  • Asthma Therapie
  • Akute Lungenentzündung
  • Mukoviszidose
  • Bronchiektasen
  • Lungenfibrosen
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Welche unterschiedlichen Typen von Inhalationsgeräten gibt es?

Prinzipiell zu unterscheiden sind die Inhalationsarten mit einem trockenen Wirkstoff in Pulverform und die mit einem flüssigen Wirkstoff bzw. einer speziellen Inhalationslösung.

Bei den Inhalationsgeräten – egal ob Standgeräte und Handgeräte – lassen sich drei wesentliche Typen unterscheiden:

  1. Dosieraerosole
  2. Dosieraerosole werden umgangssprachlich oft einfach als „Asthmaspray“ bezeichnet. Treibgas setzt hier den Wirkstoff als kleinste Tröpfchen frei, die dann eingeatmet werden können. Vor der Verwendung muss das Gerät geschüttelt werden. Ausgelöst wird der Sprühstoß meist manuell, manchmal auch durch die Einatmung.

    Inhalierhilfen bzw. Spacer für Dosieraerosole unterstützen eine bessere und vollständigere Inhalation des Medikaments. Gerade bei kleinen Kindern und SeniorInnen kommen zusätzlich Gesichtsmasken zum Einsatz.

  3. Pulver-/Druckinhalatoren
  4. Wie der Name schon vermuten lässt, wird bei einem Pulverinhalator der Wirkstoff in Pulverform verwendet. Es gibt viele Modelle, die sich in der Anwendung unterscheiden. Bei manchen sind die Wirkstoffdosen für viele Anwendungen bereits im Gerät, bei anderen muss vor jeder Anwendung eine Kapsel eingesetzt werden. Nach vollständigem Ausatmen wird der vorbereitete Inhalator angesetzt und das Pulver mit einem tiefen Atemzug inhaliert. Danach wird die Luft kurz angehalten und dann ausgeatmet.

  5. Elektrische Vernebler (Feuchtvernebelung)
  6. Babys, kleine Kindern und ältere Menschen können oft nicht selbst korrekt inhalieren. Hier kommen elektrische Vernebler zum Einsatz, die aus dem Medikament einen feinen, einfach einzuatmenden Nebel machen. Dieser wird über ein Mundstück oder eine Maske eingeatmet. Das funktioniert sogar im Schlaf. Bei der Feuchtinhalation gibt es drei verschiedene Techniken zur Vernebelung: Druckluft-, Ultraschall- und Membranvernebler.

    Druckluftvernebler, auch Kompressorvernebler genannt, sind für alle gängigen Inhalationslösungen geeignet. Die erzeugte Partikelgröße variiert von Gerät zu Gerät.

    Ultraschallvernebler erzeugen das Aerosol mechanisch per Ultraschallfrequenz-Schwingung eines Kristalls.

    Schwingmembranvernebler setzen eine netzartige Membran (Mesh) in Schwingung, die die Inhalationslösung dadurch zu kleinsten Partikeln vernebelt.

Beratung zum richtigen Inhaliergerät

Für die Wahl des richtigen Inhaliergeräts sollten diese Fragen beantwortet werden:

  • Welche Art von Atemwegserkrankung hat der/die PatientIn?
  • Bei Erkrankungen der oberen Atemwege können Geräte mit größeren Wirkstoffpartikeln >10 μm verwendet werden. Das gilt z. B. bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer akuten bzw. chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut und einem Schnupfen.

    Bei Erkrankungen wie einer akuten oder chronischen Bronchitis, einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, allergischem Asthma oder Mukoviszidose müssen die Geräte feinste Vernebelungströpfchen mit 5-9 μm erzeugen, die in die unteren Atemwege gelangen.

    Bei Erkrankungen in den tiefen Atemwegen der Lunge müssen die Geräte eine Tröpfchengröße von 1-5 μm erzeugen.

  • Für wen ist die Inhalationshilfe gedacht?
  • Für den Großteil der PatientInnen sind sowohl Dosieraerosole bzw. Sprays als auch Druck-/Pulverinhalatoren geeignet. Bei Babys, Kleinkindern, hilfsbedürftigen Personen und SeniorInnen, die ihre Atmung nicht kontrollieren können, kommen oft elektrische Vernebler zum Einsatz.

  • Wann, wo und wie oft soll das Inhalationsgerät zum Einsatz kommen?
  • Wenn der Inhalator für unterwegs und einen spontanen Einsatz geeignet sein soll, muss er mobil, kompakt, einfach zu bedienen und am besten ohne Stromanschluss zu verwenden sein. Bei täglicher Anwendung sollte die abgegebene Aerosolmenge nicht zu gering sein, damit die Anwendungen nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Reinigung aller Bestandteile des Geräts sollte dann möglichst einfach sein.

Wichtige Kriterien für das richtige Inhalationsgerät sind neben der Größenverteilung des Aerosols auch die Abgaberate, also die Wirkstoffmenge pro Zeit. Davon hängen Wirkungseintritt und Therapiedauer ab. Hier gilt: je schneller, desto besser.

Ein weiteres Kriterium ist außerdem die Ergiebigkeit der Aerosolabgabe. Heißt, dass aufgrund von Atemzyklus, Funktion und Kons¬truktion des Geräts nur ein Teil der Aerosole auch wirklich eingeatmet werden kann. Dieser Verlust sollte so klein wie möglich sein.

Vorteile und Nachteile der verschiedenen Inhaliergeräte

Handgeräte

Vorteil: Sie sind praktisch und leiser als Standgeräte. Dadurch machen sie Kindern und Babys weniger Angst. Für unterwegs lassen sie sich bequem in jeder Tasche verstauen. Außerdem müssen sie nicht ans Stromnetz gehängt werden, sondern funktionieren mit einem Akku oder Batterien.

Nachteil: Die vernebelten Partikel sind meist etwas größer, die lediglich die großen und mittleren Bronchien erreichen.

Standgeräte

Vorteil: Die Standgeräte können winzige Aerosole erzeugen. Somit erreichen diese auch die kleinen Bronchien.

Nachteil: Sie arbeiten meist mit einem Kompressor, der relativ laut ist. Außerdem ist die Behandlungsdauer bis zu 30 Minuten eher länger. Meist sind größere Geräte schwierig zu reinigen und recht teuer.

Dosieraerosole (Sprays)

Vorteil: Sprays sind leicht, kompakt und mobil einsetzbar. Daher sind sie als Notfallspray sehr gut geeignet. Leichtes Einatmen und geringes Atemzugvolumen reichen bei Sprays aus. Daher sind sie für Babys, Kleinkinder und SeniorInnen geeignet – mit Hilfe eines Spacers wird die Koordination bei der Anwendung noch einmal einfacher.

Nachteil: Wenn das Schütteln vor der Anwendung vergessen wird, besteht die Gefahr von Fehldosierungen. Die Koordination für die optimale Einatmung ohne Spacer ist anspruchsvoll. Die Dosis pro Sprühstoß ist mit 1 mg recht gering. Die erzeugten Partikel sind außerdem oft zu fein, sodass sie sich nur schwer in der Lunge absetzen. Sprays sind Wegwerfprodukte, die immer Treibgase enthalten.

Pulverinhalatoren

Vorteil: Die Freigabe des Wirkstoffs muss nicht zeitgleich mit der Einatmung erfolgen – dies erleichtert die Anwendung. Die Inhalatoren sind leicht, handlich und treibgasfrei.

Nachteil: Beim Pulverinhalator muss sehr kräftig eingeatmet werden, da der zu überwindende Gerätewiderstand viel höher ist. Das eingeatmete Pulver kann Husten auslösen. Die Inhalatoren vertragen keine Feuchtigkeit. Zudem sind keine Wirkstoffkombinationen möglich.

Vernebler (Feuchtinhalatoin)

Die längere Anwendungsdauer ist Vor- und Nachteil zugleich, da sie die Wirksamkeit steigert, aber die Ausdauer der PatientInnen fordert.

Vorteil: Die Bedienung bzw. Anwendung ist sehr einfach, quasi ohne Mithilfe des/der Patienten/in und sogar im Schlaf möglich. Wirkstoffe können kombiniert werden. Es findet gleichzeitig eine Befeuchtung der Lunge statt. Ein moderner Mesh oder Ultraschall Inhalator ohne Kompressor ist fast geräuschlos. Es gibt auch akku-betriebene, mobile Geräte.

Nachteil: Ein elektrischer Inhalator sind teils sehr teuer und groß. Das Aufstellen und Reinigen des Geräts sind aufwändig. Die PatientInnen können sich während der Anwendung kaum bewegen. Die Anwendung ist mit bis zu 30 Minuten sehr zeitaufwendig. Außerdem sind Kompressorgeräte recht laut.

Verkaufsargumente für Inhalationsgeräte

Wer unter einer Atemwegserkrankung leidet und sich ein Inhalationsgerät wie zum Beispiel den Beurer Inhalator ih 55 kaufen möchte, kann sich – gerade im Vergleich zu Tabletten, Saft oder Spritzen – auf viele Vorteile freuen.

  • Wirkung ohne Umweg über den Magen-Darm-Trakt bzw. das Blut
  • Geringere Medikamentenmengen notwendig
  • Weniger unerwünschte Nebenwirkungen
  • Schnellerer Wirkeintritt durch direktes Einbringen des Wirkstoffes in die Lunge
  • Linderung von Atemwegsinfektionen
  • Stoppen von Entzündungsprozessen
  • Reduktion von Schleimhautschwellungen
  • Lockerung von Sekret und Öffnung der Atemwege
  • Gute Verträglichkeit – auch bei Dauertherapie
  • Verschiedene Modelle je nach Krankheit
  • Mobile Modelle für spontane Anwendung unterwegs
  • Verfügbare Inhalationsgeräte für Erwachsene, SeniorInnen, Babys und Kinder

In unserem Gesundheitssortiment finden sich neben Inhalationsgeräten auch die Kategorien Massage, Luftbefeuchter, Nackenkissen, Wärmetherapie, Bandagen, Gymnastik, Sport, Körperpflege und Vital-Messtechnik.